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Philosophische Praxis

Der tiefe Weg

Die Philosophische Praxis richtet sich an Menschen, deren Fragen nicht vollständig geklärt sind, die Interesse an der Öffnung ihres Denkens und Erforschung ihrer Überzeugungen haben. Sie richtet sich aber auch an jene, die sich selbst in einem größeren weltlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang reflektieren möchten. Sie bietet einen Raum für alle, die ihr Leben auf eine reflektierte Art und Weise ernst nehmen und selbstbestimmt leben möchten. Für all jene, die sich kein vorgefertigtes Schema überstülpen lassen wollen.

 

Was ist Philosophische Praxis?

Kunst von Christa Manz-Dewald

Die Philosophische Praxis ist eine professionell betriebene Form der Lebensberatung, die von einem Philosophen in eigener Praxis angeboten wird. Im Fokus steht weniger die Auseinandersetzung mit philosophischen Theorien, sondern das Philosophieren als in das Leben eingewobene Tätigkeit: das Philosophieren über Ihre persönlichen Anliegen sowie Ihre Orientierung und Verortung in der Welt. Es geht darum, begriffliches Licht in die wichtigen Erfahrungen Ihres Lebens zu bringen.
Und mir geht es darum, meinen Gästen beim Nachdenken über sich selbst zu helfen, ihre Zwangslagen zu untersuchen, ein besseres Selbstverständnis zu entwickeln und ihre grundlegenden Lebensaspekte tiefgründiger zu reflektieren - und sich vielleicht sogar selbst zu transformieren.
Die Philosophische Praxis kann wirksam werden, wenn Menschen in schwierige Lebenslagen geraten, wenn Konflikte oder drängende Fragen sie beeinträchtigen, oder aber auch, wenn Interesse an einem philosophischen Thema besteht und neue Perspektiven gewonnen werden wollen. Im Rahmen philosophischer Gespräche eröffnet sich die Möglichkeit, den Herausforderungen des Lebens zu begegnen, inneren Abstand zu sich selbst zu finden und sich mit anderen zu besprechen, ohne behandelt oder belehrt zu werden. Sich auf das Leben und Handeln zu verstehen, erfordert individuelle Klärung und Grundorientierung.

Kunst von Christa Manz-Dewald

Das Grundprinzip meiner Arbeit ist der offene Dialog auf Augenhöhe. Das Denken wird hierbei durch alternative Perspektiven in Bewegung gesetzt und Veränderungsprozesse werden angestoßen. Es geht dabei immer auch um das Verstehen und Erfahren der eigenen Auseinandersetzung mit sich selbst, mit anderen und der Welt. Dies macht sensibel für den Umgang mit scheinbar selbstverständlichen Begrifflichkeiten und hilft dabei Orientierungsblockaden zu lösen sowie neue Gedanken zu entwickeln.
Philosophische Praxis, so wie ich sie verstehe, ist keine (Psycho-)Therapie im heutigen, engeren Sinne, hat aber bisweilen eine therapeutische Wirkung: Sie kann als eine gemeinsame reflexiv-meditativ-transformative Übung des Selbst verstanden werden. Denn Philosophieren ist, wie Karl Jaspers sagt, "der Entschluß, den Ursprung wach werden zu lassen, zurückzufinden zu sich und im inneren Handeln nach Kräften sich selbst zu helfen."

 
Kunst von Christa Manz-Dewald

Mein Ansatz ist in erster Linie ein existentiell-philosophischer, der immer wieder verschiedene Felder des Lebens und der Gesellschaft in den Blick nimmt sowie verschiedene Positionen in den Bereichen Ethik & Psychologie sowie Gesellschafts- & Sozialwissenschaften reflektiert. Mit der Einnahme anderer Perspektiven und Fragestellungen möchte ich den einzelwissenschaftlichen Tunnelblick vermeiden – keine psychologischen Verkürzungen, keine scheinbar zu weltfremden Abstraktionen und keine zu allgemeinen Aussagen, die nicht wirklich nah am Menschen sind.
Die Selbstsorge betrachte ich als den Kern der Arbeit an einer gelingenden Lebenspraxis, die über den Prozess bewusster und willentlicher Strukturierung durch (Ein-)Übung weitergeführt werden muss. Dabei schwingt die Orientierung an einer Idee des gelingenden Lebens für alle meine Arbeitsfelder stets mit. Zentral für mich ist dabei das Thema Haltung.
Ich verstehe mich vor allem als Philosophischer Praktiker, der Philosophie und Ethik für andere praktisch wirksam machen möchte. Inspiriert bin ich von vielen sehr verschiedenartigen und gegensätzlichen Geistern, weshalb es mir immer wieder schwerfällt, eine schwerpunktmäßige Verortung angeben zu können. Neben Sokrates, Spinoza, Nietzsche, Kierkegaard, Merleau-Ponty, Hannah Arendt oder Foucault spielt aber vor allem Karl Jaspers eine große Rolle für mein Verständnis vom Sinn des Philosophierens:
"Philosophie ist das Denken, in dem wir uns dessen vergewissern, woraus wir leben, - was eigentlich ist, - wodurch wir sind, - was uns unbedingt ist, - in welchem Entschluß wir gründen, - ist damit das Denken, durch das wir dieses Denken denken, seine Gewißheit prüfen, seinen Sinn und seine Kriterien erhellen. Aber wahre Philosophie bleibt offen als die systematische Klärung unseres Grundwissens, das gleichsam der Rahmen ist dessen, was wir sind und was für uns ist. Philosophie klärt die Grenzen und Ursprünge alles dessen, worin und wodurch wir das je Bestimmte wissen und verwirklichen.“ (Karl Jaspers)
In meinem Tun möchte ich mehr Pragmatiker denn Theoretiker sein, mehr ein Mitspieler und nicht bloß ein Beobachter in der Welt. Es gilt, das richtige Maß und Verhältnis zwischen Gelassenheit und Engagement zu finden. Im Transformatorenwerk Leipzig übe ich mich darin experimentierend gemeinsam mit meinen Gefährten.

 

"Das bedeutet, daß die Wirklichkeit der Philosophie sich in der Selbstbeziehung, in der Arbeit an sich selbst, im Modus der Selbsttätigkeit bezogen auf sich selbst zeigt und bestätigt wird. Die Philosophie findet ihre Wirklichkeit in der Praxis der Philosophie, verstanden als die Gesamtheit der Praktiken, durch die das Subjekt eine Beziehung zu sich selbst unterhält, sich selbst entwickelt und an sich arbeitet. Die Arbeit an sich selbst, darin besteht die Wirklichkeit der Philosophie."

Michel Foucault, bezugnehmend auf Platons VII. Brief

 

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