Leipzig denkt 2022: Alarm und Utopie

Das Denk-Gesprächs-Kunst-Festival

5.10.-8.10.2022

Leipzig denkt: Alarm und Utopie ist ein spartenübergreifendes interdisziplinäres Festival, in dessen Zentrum das gemeinsame offene, dialogische und künstlerisch-performativ vermittelte Nachdenken über zentrale gesellschaftliche Fragen steht: über unsere Ich-, Wir- und Weltverhältnisse zwischen Alarm und Utopie. In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Zerrissenheit, Sprachlosigkeit und Bubble-isierung werden in unterschiedlichen choreografischen Settings Räume für das gemeinsame öffentliche Miteinander-Denken und Miteinander-Sprechen über relevante Fragen kreiert und erprobt. Das Festival verknüpft auf einzigartige Weise Elemente, Impulse und gesprächsöffnende Setting-Ideen aus den Künsten mit solchen aus der gesprächsorientierten und performativen Philosophie und den Geistes- und Sozialwissenschaften. Der Festival-Untertitel Denk-Gesprächs-Kunst-Festival ist also als dezidiert integrativ zu lesen. Das Festival zielt auf ein ‚Gesamt(denk-gesprächs-)kunstwerk‘ – auf das Erschaffen kreativer Denkatmosphären an den unterschiedlichsten öffentlichen Orten, um für mehrere Tage eine ganze Stadt ins Miteinander-Denken zu versetzen. Dazu werden durch das Festival auch die Orte des Denkens gemixt und verschoben: Elemente des Theaters und der Künste in die Universität geholt und umgekehrt geisteswissenschaftliches und philosophisches Denken ins Theater oder auf öffentliche Plätze.

Wegen des interdisziplinären Charakters des Festivals kommen auch die einzuladenden Akteur*innen aus den unterschiedlichsten Disziplinen: aus den Künsten und ihren verschiedenen Sparten – Literatur/Theater/Performance/bildende Kunst/Musik – (u.a. Ingo Schulze, Frank Witzel, Angelika Waniek, Gwen Kyrg) ebenso wie aus den Geistes- und Sozialwissenschaften (u.a. Hartmut Rosa) sowie der Philosophie (u.a. Rahel Jaeggi, Svenja Flasspöhler, Wilhelm Schmid, Rolf Elberfeld, Barbara Schellhammer) bzw. aus der philosophischen Praxis. Zum dritten versammelt das Festival Akteur*innen der Künstlerischen Forschung und Performativen Philosophie, die schon seit Jahren genau an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaften und Philosophie forschen und experimentieren und dabei auch innovative künstlerische Denkgesprächsformate entwickeln (u.a. Institut für Performance Studies/Theater der Versammlung Bremen, Eva Maria Gauß, Pedro Risse…). Die Auswahl der Eingeladenen bezieht zudem lokale, regionale und überregionale Akteur*innen ausgewogen ein.

Aufgrund dieser dezidierten Interdisziplinarität und der Ausstrahlung über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus ist für das Festival Leipzig denkt ein Mix aus unterschiedlichen Förderinstitutionen aus den Bereichen Kunst und Kultur einerseits (Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Kulturamt Stadt Leipzig) und politischer Bildung/Wissenschaft andererseits (u.a. Bundeszentrale für politische Bildung) vorgesehen. Diese Verknüpfung hat bereits bei dem seit 2011 existierenden Vorgängerfestival von Leipzig denkt, dem Philosophie-Performance-Festival [soundcheck philosophie] sehr gut funktioniert.